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Der Düssel­dorfer Ruder­verein 1880 e.V. hat einen neuen Dop­pel-Dreier ohne Steuer­mann (3x-). Das C-Gig­boot der Firma Schellen­bacher wurde am Son­ntag von Frau Katha­rina Krewani auf den Namen "Mutter Ey" ge­tauft und ging an­schließend bei strah­len­dem Wet­ter und unter lautem Bei­fall der ver­sam­mel­ten Zu­schau­er auf seine Jung­fern­fahrt. Wir be­danken uns bei allen Mit­glie­dern und För­de­rern, die durch ihre Spenden die An­schaf­fung dieses neuen Bootes er­mög­licht haben. Wir wün­schen "Mutter Ey" all­zeit gute Fahrt und immer eine Hand­breit Was­ser unter dem Kiel!

 

Johanna "Mutter" Ey

Johanna Ey wurde am 4. März 1864 in einem kleinen Dorf am Niederrhein geboren und heirate den Braumeister Robert Ey – mit ihm bekam sie vier Kinder. Nach 20jähriger Ehe ließ sie sich scheiden und mietete in Düsseldorf in der Nähe der Kunstakademie ein Ladenlokal. Hier, in ihrer Bäckerei, gab es preiswertes Essen. Dies, und dass sie auf „Pump“ essen konnten, war wichtig für die angehenden Künstler. Dieses nahm allerdings bald überhand, da viele sich sogar Nahrungsmittel für Zuhause mitnahmen. Ihr Geschäft florierte – bei „Mutter Ey“, dieser Spitzname bürgerte sich bald ein, fand man nicht nur Gelegenheit zu einer Pause, sondern die Mischung aus Kaffee, Kuchen und Konversation waren so beliebt, dass auch Professoren regelmäßig in „das Ey“ kamen.

Da viele der Kunststudenten arm waren, konnten sie oftmals ihre Schulden bei Mutter Ey nicht begleichen. Als Zahlungsmittel nutzten sie deshalb ihre Bilder – auf diese Weise entstand die „erste Sammlung Ey“. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges glich das kleine Lokal bereits einem Museum. Noch während des Krieges begann Johanna Ey mit den Kunstwerken zu handeln und wurde nicht selten von Studenten und Professoren als Vermittlerin um Hilfe gebeten. Sie selbst war häufig Motiv auf den Bildern, viele ihrer Kunden porträtierten sie und schnell bezeichnete man sie als „meistgemalte Frau Deutschlands“.

Nach Kriegsende fanden sich viele heimkehrende Maler in Zirkeln zusammen. 1919 gründete sich das „junge Rheinland“ um Otto Pankok. Die Künstler bekamen in einem Schaufenster von Johanna Eys Geschäft ihre Gemälde auszustellen. So blieb der geräumige Laden am Hindenburgwall „Neue Kunst. Frau Ey“ in Düsseldorf Zentrum einer stürmischen Bewegung. Denn die Maler und Künstler um Mutter Ey wollten mit der Vergangenheit aufräumen – man debattierte gegen spießige Vorstellungen und für ein freies Denken. Im „Ey wurde hitzig diskutiert und revolutionäre Gedanken wurden geboren und debattiert. Höhepunkt war die erste Ausstellung im Café von Johanna Ey am 22.6.1922.

In den 20ern wird es ruhiger um das „junge Rheinland“ und obwohl längst nicht alles Ziele erreicht sind arrangieren sich die Künstler mit der Situation, verlassen Düsseldorf oder werden sogar Mitglied der vorher kritisierten Akademien.

Grosses Ey wir loben Dich,

Ey wir preisen deine Stärke,

vor Dir neigt das Rheinland sich

und kauft gern und billig Deine Werke!

 

Max Ernst zum 65. Geburtstag von Johanna "Mutter" Ey

Mutter Eys 65. Geburtstag wurde noch groß gefeiert, bevor die Weltwirtschaftskrise die Sorgen wachsen ließ. Mittlerweile war Johanna Ey so bekannt und beliebt, dass sie viel reiste und Bekannte besuchte. Mit der „Machtergreifung“ Hitlers platzte ihr Traum von weiteren Kunstausstellungen. Die meisten Künstler um Mutter Ey fanden Zuflucht im Exil, aber ihre Bilder konnten nicht gerettet werden: sie fielen Säuberungen der Nazis zum Opfer und wurden in der Kunstausstellung „Entartete Kunst“ ausgestellt.

Die Kriegszeit verbrachte Johanna Ey bei einer ihrer Töchter in Norddeutschland. 1945 kehrte sie als gebrochene Frau nach Düsseldorf zurück und starb am 27.8.1947

[Quelle: Düsseldorfer Geschichtswerkstatt "Zeitmaschine"]

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