Drei Tage lang bestand unser Ruderkurs aus einem Viererboot, zwei Anfängerinnen, einem Anfänger und zwei Ausbildern – ein Konzept, das auf dem Papier vielleicht eher nach mathematischer Höchstleistung klingen mag, sich auf dem Wasser aber als ausgesprochen wirksam und angenehm erwies.
Schon nach den ersten Minuten wurde klar: Rudern ist ein Sport, bei dem man gleichzeitig auf Haltung, Hände, Rollsitz, Gleichgewicht, Rhythmus, Wasser, Mitrudernde, sich nähernde Schiffe und ungefähr 27 weitere Dinge achtet, dabei aber bitte entspannt aussieht, lächelt und die schöne Landschaft genießt. Mit anderen Worten: Rudern ist so etwas wie die Sport-Variante der eierlegenden Wollmilchsau.
Zwischen „Skulls auf einer Höhe!“, „Die Auslageposition wird durch mich bestimmt, nicht durch eure Sprunggelenke!“ und dem beinahe optimistischen „Sehr schön… also fast“ arbeiteten Kim und Klaus mit bemerkenswerter Geduld und Empathie daran, aus drei Menschen mit unterschiedlichem Bewegungsverständnis eine richtige Mannschaft zu formen. Das gelang vor allem deshalb so gut, weil die beiden als Trainerduo offensichtlich perfekt eingespielt sind: Während der eine noch ruhig erklärt, warum das Boot gerade schaukelt, hat der andere die Situation längst analysiert, kommentiert und nebenbei selbstgebackene Kekse verteilt.
Irgendwann passierte dann tatsächlich das zu Beginn noch unmöglich Erscheinende: Das Boot lief. Ruhig. Gerade. Synchron. – Kurz herrschte eine nahezu professionell anmutende Stimmung; bis wieder jemand „nur noch mal eben schnell“ die Hände sortieren wollte.
Am Ende blieben viele neue Eindrücke, sehr viel Respekt vor diesem Sport und die Erkenntnis, dass Rudern irgendwo zwischen Präzisionssport, Gruppendynamik und leichtem Kontrollverlust stattfindet… und dabei eine riesige Menge Spaß macht!
Mein persönliches Fazit: Viel gelernt, viel gelacht und erstaunlich wenig Bekanntschaft mit dem Hafenwasser gemacht. Wir bleiben dabei und freuen uns auf die weitere Zeit im DRV 1880 e.V.!
Auf dem Foto v.l.n.r. Klaus, André, Yana, Kim
